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Im Schatten des Mount Everest

Auf schmalen Gebirgspfaden Nepals, vorbei an Gebetsmalen und buddhistischen alten Klöstern führt der lange Weg zum Mount Everest, dem höchsten Berg der Erde. Schon sein Fuß, der aus dem Khumbu-Gletscher herausragt, ist höher als jeder Gipfel Europas. Wie auf einem Königspalast flattert an der Spitze des Berges eine Schneefahne, die der eisige Wind von den steilen Hängen bläst. Es wimmelt hier von Bergsüchtigen. Menschen, die es magisch zum sogenannten dritten Pol zieht. Die alle Geschichten über die Dramen und Heldenepen am Mount Everest aufgesogen haben. Und die sich jetzt selber auf den Weg machen wollen. Die Schar zerfällt in drei Gruppen.

Da sind die Eiligen. Sie fliegen von Kathmandu weiter ins Bergdorf Lukla, landen dort auf einer abenteuerlichen Schotterpiste, um nur noch die letzte Etappe zu Fuß zu meistern. Sie sammeln Gipfel wie Briefmarken. Doch sich wochenlang zu akklimatisieren, um einen der höchsten Berge zu erobern, dafür fehlt ihnen die Zeit.

Die Ehrgeizigen. Mit großen Blechkisten, zerschrammt von früheren Expeditionen, reisen die Athleten unter uns an. Sie sind die durchtrainierten Gipfelstürmer, denen wir später mit dem Fernglas sehnsüchtig hinterher blicken. Sie wagen sich in die eisigen Höhen, wo die Luft so dünn ist, dass der Mensch nur kurze Zeit überlebt.

Die Gemächlichen. Das sind Leute wie wir - sechs Deutsche und ein Däne. Wir fahren mit dem Bus bis ins Dorf Jiri, wo die Straße endet, um auf gewundenen Pfaden über Berg und Tal und auf schwankenden Hängebrücken über reißende Gebirgsbäche zu marschieren und in einfachen Holzhütten zu übernachten, wie es die Erstbesteiger getan haben, um nach drei Wochen das Tal des Mount Everest zu erreichen.

Reportage für den Norddeutschen Rundfunk 2000, 30 min

Dr. Thomas Hestermann · Medienbüro Hannover · Tel. 0511 - 340 89 464 · Impressum